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Spezialkurs Wracktauchen - 2. Brevierungstauchgang
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Obwohl Massimo unsere Sachen nach dem gestrigen Checktauchgang ins "Trockene" gehängt hatte, war es doch immer noch feucht.
Glipper Nass. Brrhhh!
Irgendwann überlege ich mir das mit dem Trocki und mit warmen trockenen Unterzieher doch noch.
Aber Taucher haben eh einen Schlag, also ab in unseren 1/2-Nass. Unser Equipement war zwar komplett
aber trotzdem ist es für mich wie immer etwas aufregend und ich frage mich:
Alles da? Funktioniert alles? u.s.w.
Susanne hat da viel mehr die Ruhe weg.
Zuerst mal ein paar Fakten zur Mowahk Deer
Die Mohawk Deer war ein kanadischer 4500 Tonnen Tanker, Baujahr 1896, in Kanada, Montreal registriert.
Im Jahre 1967 wurde der bereits abgetakelte Tanker von Genua nach La Spezia geschleppt um dort abgewrackt zu werden.
Damit betraut war ein jugoslawischer Schlepper, die Yunak. Obwohl ziemlich schwerer Sturm angesagt war, lies sich der
Kapitain des Schleppers im Schlepptau mit 2 weiteren Schiffen nicht von der Fahrt abbringen.
Kurz vor Portofino riß dann das Stahlseil
und die Mohawk Deer machte sich selbstständig. Da keine Personen an Board waren lies man sich mit der Bergung Zeit.
Bis aber endlich zwei Genueser Schlepper eintrafen hatte das Meer und die Wellen die Moawhk Deer auf die Felsen
die unter dem Namen "Cala di Inglese" bekannt sind geworfen.
Man konnte nur noch dem tagelangen Todeskampf des Schiffes zuschauen,
das immer wieder auf die Felsen geworfen wurde, bis es schließlich in zwei Teile zerbrach und sank.
2. Brevierungstauchgang Montag 15:30 Uhr
Insgesamt geht es mit 7 Taucher/innen im Zodiac raus, an Portofino vorbei zur Mohawk Deer.
Es sind ca. 20 Minuten rasche Zodiac Fahrt. Das Meer ist relativ ruhig bei mittlerer Bewölkung.
Breefing - Tauchplan
Während der Fahrt gibt es noch ein weiteres Breefing von Massimo: Zuerst runter, man trifft
sich so bei 15-18m Tiefe, dann wir beide zusammen mit Massimo auf der Steuerboard Seite der Mohawk Deer entlang. Dann weiter zum Laderaum.
Für den heutigen Ausbildungstauchgang steht das Eindrigen in ein Wrack auf dem Plan.
Bei der Mowahk Deer ist dies an dieser Stelle (25m Tiefe) weniger spektakulär als es sich anhört. Man schwimmt zwischen
Außenboardwand und dem Tank in einem Gang von ca. 1,20m Breite der alle 5 bis 8 Meter nach oben offen ist.
Dadurch ist es nicht notwendig lange Strecken im Inneren und Dunkeln des Schiffes zu schwimmen. Denn man hat
ständig die nächste große Öffnung vor Augen.
Trotzdem gute Lampen sind unabdingbar. Da auch zum Teil Wrackteile, Seile und Taue im Weg liegen könnten, sind
alle losen Teile zu bändigen und unter Kontrolle zu halten. Wir haben auch wie wir es gelernt haben unsere
1. Stufe am Kopf stehend angeschlossen und so einige zusätzlich Zentimeter Bewegungsfreiheit gewonnen.
Bei ca. 40m Tiefe werden wir dann das Ende des vorderen Teils der Mowahk Deer erreichen, das wird dann die Stelle
am Schiff sein wo es 1967 auseinandergebrochen und in zwei Teile zerbrochen ist.
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Der Tauchgang
Nach der Ankunft und dem ersten Gewusel wird alles etwas ruhiger und die anfängliche
Aufregung weicht dann doch unserer zwar noch kleinen aber immerhin doch vorhandenen Routine.
Vielleicht liegt es ja auch an dem 14º Grad warmen ...
Mittemeer.
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| Susanne |
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Ausrüstungscheck! Kamera sich vom Boot geben lassen! Und dann geht es auch schon runter.
Die Sicht ist wie leider befürchtet nicht besonders toll, aber so 5 bis 8m dürften es sein.
Beim Anker vom Zodiac treffen wir uns und nach Austausch der üblichen Taucher-Höflichkeiten ...
Okay? - Okay! - Okay? - Okay! - Okay? - Okay!
... geht es dann auch schon weiter.
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Wie immer bei den Tauchgängen stürmen natürlich viele Eindrücke auf einen ein.
Dank unseres
erfahrenen Tauchlehrers können wir dieses Mal ganz das Meer, das Wrack und das Unterwasserleben genießen und müssen uns
nicht wie sonst auf die Unterwasser-Navigation konzentrieren.
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| Drachenkopf, ca. 50cm groß in 20m Tiefe an der Mowahk Deer |
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Und es ist schon gespenstisch wenn dann das Wrack so
im Grau-Blau über einem auftaucht.
Irgendwie GIGA morbide.
Aber das Meer und das Leben kümmert sich um so
menschlich düstere Gedanken nicht und besiedelt einfach so einen Schiffsfriedhof.
Das Wrack ist schon lange kein Fremdkörper mehr. Überall Fische, Seegurken, Gorgonien, Algen, Seepocken und und und ....
Wir schwimmen realtiv dicht über den Grund, immer tiefer. Über uns der gewaltige Rumpf der Mowahk. Man möge mir
meine dramtische Schilderung verzeihen und nein es war nicht die Titanic, aber trotzdem sehr beeindruckend.
Bei 25m Tiefe geht es dann ein Stück die Bordwand hoch und da ist unsere Einstiegsstelle. Massimo und wir checken noch mal alles
und los. Massimo vorneweg, Susanne und dann ich.
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Puuuhh! Dunkel!
Luftdruck? - OK!
Kalt!
Lampe? - DA und AN!
Fotoapparat!
Computer? - OK! Tiefe 35m!
Susanne nicht aus den Augen verlieren!
Nullzeit? - OK!
Gibt es was zu fotografieren?
Aber JA!
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| Languste, ca. 40cm groß in 35m Tiefe in der Mowahk Deer |
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Es geht im Wechsel von Licht und Dunkelheit bzw. nach oben offenem und geschlossenem Laderaum durch das Wrack immer tiefer.
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verbogene Wrackteile am Ende des vorderen Schiffsteils in ca. 40m Tiefe
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Bei ca. 40m Tiefe ist dann das vordere Bugteil der Mowahk Deer zu Ende und es geht wieder ins freie Meer.
Die verbogen Eisenteile lassen einen erahnen welche Kräfte gewirkt habe als vor über 30 Jahren das
Schiff an dieser Stelle in zwei Teile zerbrach.
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Aber auch hier in über 40m Tiefe ist natürlich Leben.
Und was für welches!
Wunderschöne Gorgonien und Krustenanemonen haben die Mohawk Deer
besiedelt ...
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... und im Licht unserer Lampern zeigen sie ihre wunderschönen Farben in gelb und purpur rot.
Und natürlich gibt es auch in dieser Tiefe viele Fische.
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| Gorgonien und Krustenanemonen in 40m Tiefe Mowahk Deer |
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Nach kurzen gegenseitigen Check geht es über das Deck der Mowahk Deer entlang wieder nach oben.
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Im vorderen Bugteil des Schiffes finden sich dann gewaltige Winden und Zahnräder
die zum Teil zu den Ankerwinden gehört haben dürften.
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| Ankerwinde Mowahk Deer |
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Nahaufnahme des großen Zahnrades der Ankerwinde
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Auch hier lassen die aus den Verankerungen gerissenen Teile der
einzigen riesigen Winden erahnen, welche Kräfte hier am Werk
waren und erbarmungslos das Schiff in seine Einzelteile während
des Untergangs zerrissen haben
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| Mowahk Deer, Zahnrad |
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Wir schwimmen am Bug entlang weiter nach oben. Hier kann man noch den gewaltigen Anker
sehen der inzwischen am Boden liegt und nicht mehr an seiner Kette hängt. Irgend ein dummer Vandale
hat die Ankerkette durchtrennt, wohl in der Hoffnung den tonnenschweren Anker mitnehmen zu können.
Wir nehmen uns beim Auftauchen noch reichlich Zeit betrachten noch ausführlich einen weiteren großen Hummer
und nach nicht ganz 35 Minuten ist der beeindruckende Tauchgang zu Ende.
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